Streit um Abrahams Grab

Abraham bricht von Haran auf ins Land Kanaan, Josef Molnar, 1850, Nationalgalerie Budapest Die Höhle Machpela, (Höhle der Doppelgräber), in Hebron ist nach dem Tempelberg in Jerusalem die heiligste Stätte des Judentums. In ihr befinden sich die Ruhestätten der Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea.

Nach der biblischen Überlieferung (1. Mose 23,19) kaufte Abraham das Feld und die Höhle Machpela unweit seines Wohnortes Mamre nach dem Tod seiner Frau Sara als Familiengrabstätte für 400 Silberschekel. Verkäufer war ein Hethiter namens Efron.

Machpela - Grab der Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea in Hebron. Machpela ist seit ältesten Zeiten eine Pilgerstätte. Die heutigen Bauten entstanden unter König Herodes im 1. Jahrhundert v. Chr. und wurden unter den Kreuzfahrern im 12. Jahrhundert ergänzt. Die ersten Erweiterungen fanden im 6. Jahrhundert statt, unter anderem um jüdische und christliche Pilger voneinander zu trennen. Der ägyptische Sultan Saladin eroberte 1187 Hebron, beschlagnahmte die Kathedrale und erklärte sie zur Moschee. Der Gewaltherrscher Baibars I. vernichtete 1266 das nicht-islamische Leben in Hebron.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts durften keine Juden und Christen das Heiligtum besuchen. 67 der etwa 500 Personen umfassende jüdische Gemeinde fielen 1929 einem Massaker muslimischen Gewalttäter zum Opfer. Im Zuge des Sechstagekriegs eroberte Israel am 8. Juni 1967 die Stadt Hebron.

Heute werden Besucher des Heiligtums vor dem Betreten von der Armee auf Waffen durchsucht. Seit 1967 leben wieder Juden in Hebron, die für ihre Provokationen gegenüber ihren muslimischen Nachbarn bekannt sind. Aufgrund der Lage der heiligen Stadt Hebron inmitten der Palästinensischen Autonomiegebiete ist das Grab der Patriarchen und die Stadt Hebron im Ganzen ein besonderer Streitpunkt im Nahostkonflikt.

Den Höhepunkt der Gewalttätigkeiten bildete 1994 ein Massaker des Siedlers Baruch Goldstein, bei dem 29 Palästinenser getötet wurden.