Die Zehn Gebote im Islam

Mose mit den Gesetzestafeln, Rembrandt, 1659, Berlin, Gemäldegalerie. Die biblische Verbindung von einem ausschließlichen Gottesbezug zu kultischen und sozialen Zentralgeboten findet sich ähnlich nur im Islam. Dieser versteht sich als wahre Religion in dem Sinn, dass Gott bereits dem Stammvater Abraham und den biblischen Propheten bis hin zu Isa ibn Maryam (Jesus) sich und sein lebensrettendes Gesetz offenbarte, das Juden und Christen dann jedoch verfälschten und erst der Koran letztgültig bekundet.

Eine Reihe von zehn Geboten steht in Sure 17,22–39 unter dem Titel Die Kinder Israels (nach anderer Übersetzung: Die Nachtreise). Dort wird zunächst bekräftigt, dass Gott Moses die Schrift zur Führung für das ersterwählte Bundesvolk gab. Deshalb setzen die anschließend genannten Gebote den hebräischen Dekalog als bekannt voraus. Sie werden aber zugleich anders angeordnet, paraphrasiert und kommentiert.

  1. Setze Allah keinen anderen Gott zur Seite …
  2. Und dein Herr hat bestimmt, … dass man die Eltern gut behandeln soll.
  3. Lass deinem Verwandten sein Recht zukommen, ebenso dem Bedürftigen und dem Reisenden; aber handle nicht verschwenderisch.
  4. Tötet nicht eure Kinder aus Furcht vor Verarmung …
  5. Nähert euch nicht der Unzucht. (andere Übersetzung: dem Ehebruch)
  6. Tötet nicht den Menschen, den Gott für unantastbar erklärt hat, es sei denn bei vorliegender Berechtigung.
  7. Nähert euch nicht dem Besitz des Waisenkindes, es sei denn zu seinem Besten, bis es seine Vollkraft erreicht hat.
  8. Erfüllt eingegangene Verträge … und gebt volles Maß, wenn ihr messt.
  9. Verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast …
  10. Wandle nicht hochmütig (andere Übersetzung: unbekümmert) auf Erden umher.