Exerzitien auf der Straße

Das Auge Gottes? Der Berliner Jesuit Christian Herwartz hat mit anderen »Exerzitien auf der Straße« entwickelt. Zehn Menschen leben zehn Tage zusammen in einer einfachen Unterkunft und machen sich Tag für Tag allein auf den Weg, um mit offenen Augen und offenem Herzen mitten in der Stadt Gott zu suchen. Abends tauschen die Teilnehmer in der Gruppe ihre Erfahrungen aus und helfen einander bei der Deutung.

Ein wichtiger Impuls bei dieser Suche ist die Frage: Welchen Gott suche ich? Kann ich ihm einen Namen geben? Wandelt er sich im Lauf der Exerzitien? Das erste Indiz dafür, welchen Gott ich suche, ist die Besinnung darauf, was mich derzeit besonders traurig oder wütend macht. Denn hinter Trauer und Wut verbirgt sich eine Sehnsucht - letztlich die Sehnsucht nach Gott.

Eine Teilnehmerin an den Straßenexerzitien schreibt: »... Am folgenden Tag suchte ich im Gebet 'meinen Namen' für Gott, und wer er für mich ist. Es regnete, und ich verbrachte die meiste Zeit in der Kirche. Ich betete: 'Heiliger Geist, enthülle mir den Namen Gottes, und wer er für mich ist.' Dann blieb ich still. Aber dann kam der Mann, der die Orgel spielte, von der Empore und sagte: 'Sie sind der einzige Mensch, der meiner Musik lauscht.' Ich sagte ihm: 'Es war sehr schön, ich danke Ihnen. Ich hörte Ihnen mit dem Herzen zu.' Dieser Mann offenbarte mir meinen Gottesnamen - Vater des Erbarmens, Gott der herabsteigt, um den Menschen zu finden.«

Jeder und jede kann wie bei den Straßenexerzitien mit der Frage beginnen, was mich ärgert, traurig macht oder lähmt. Und anschließend die Frage nach der Sehnsucht stellen, die dahintersteht. Wer gerne zeichnet, kann das eigene Bild von Gott zu Papier bringen, das aus dem Inneren aufsteigt.

Berichte zu den Exerzitien auf der Straße: www.con-spiration.de/exerzitien/dateien/berichte.html

 
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