10. Die Taufe

Johannes tauft Jesus im Jordan, Joachim Patinir, 1524, Wien, Kunsthistorisches Museum. Die Taufe ist eines der ältesten Rituale der Christenheit und geht auf Jesus zurück. Jesus selbst hat sich am Jordan von Johannes dem Täufer taufen lassen. Er hat seinen Jüngern den Auftrag gegeben: »Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes«. Die Taufe ist das Sakrament, das die Christen über die Zeiten und über die Konfessionen hinweg verbindet. » Weiterlesen!

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Unverlierbare Taufe

Glaubenskurs Teil 10: Die Taufe Jesu und unser Taufverständnis heute

 
Die Taufe ist eines der ältesten Rituale der Christenheit und geht auf Jesus zurück. Jesus selbst hat sich am Jordan taufen lassen. Er hat seinen Jüngern den Auftrag gegeben: »Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.« Die Taufe ist das Sakrament, das die Christen über die Zeiten und über die Konfessionen hinweg verbindet.


Johannes tauft Jesus im Jordan, Joachim Patinir, 1524, Wien, Kunsthistorisches Museum. Ein junges Elternpaar hat angerufen. Sie möchten ihr Kind taufen lassen. Bei unserem Vorbereitungsgespräch frage ich sie, warum sie das möchten. »Wir wollten Gott Danke sagen für unser gesundes Kind«, ist die Antwort. »Und wir wollen, dass es in der christlichen Tradition aufwächst. Schließlich sind wir und unsere Eltern und unsere Großeltern auch alle getauft worden.«

Diese Antwort führt zurück in die Anfänge der Tauf-Tradition. Dass Eltern Danke sagen für die Geburt eines Kindes und dieses Kind dazu in einen »heiligen Raum« (einen Tempel, eine Synagoge, eine Kirche, eine Moschee) bringen, verbindet die Religionen. Denn es ist - unabhängig von der Religion oder Kultur - etwas zutiefst Menschliches, seinen Dank für das Wunder des Lebens an Gott zu richten. So lesen wir von der »Darstellung Jesu im Tempel« (Lukas 2,22ff). Alle Erstgeborenen wurden damals gemäß der Vorschrift in den Tempel gebracht, wo ein Dankopfer für sie stattfand. Auch Bräuche wie die Beschneidung kleiner Jungen im Judentum oder im Islam zeigen: Menschen möchten eine Verbindung herstellen zwischen ihrer Familie, ihren Kindern, ihren Nachkommen und dem Göttlichen.

Seit seinen Anfängen wurde im Christentum diese Verbindung in der Taufe gesehen. Schon von den ersten Christengemeinden wissen wir, dass sie getauft haben: »Tut Buße und ein jeder von euch lasse sich taufen« (Apostelgeschichte 2,38), fordert Petrus seine Zuhörer auf. Er stellt sich damit bewusst in die Tradition Jesu. Denn Jesus selbst hat die Taufe empfangen und sie für seine NachfolgerInnen als Zeichen gewollt: »Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf der Erde. Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.« (Matthäus 28,18-20) Diese Worte werden bei jeder Tauf-Feier gelesen. Damit wird deutlich gemacht: Wir taufen nicht, weil es ein Bedürfnis ist, am Anfang eines Lebens ein Ritual zu haben, bei dem ein neuer Mensch liebevoll in seiner Familie und auf der Welt begrüßt wird. Wir taufen vielmehr, weil dieses Ritual uns mit Christus selbst und mit der Gemeinschaft der ihm Nachfolgenden verbindet.

Die Anfänge der Taufe: Johannes der Täufer Die Anfänge der Taufe gehen zurück auf Johannes. Dessen Zusatzname »der Täufer« findet sich übrigens nicht nur in der Bibel, sondern auch beim jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus. Das weist darauf hin, dass die Taufe, wie er sie praktizierte, damals etwas Neues, Besonderes, viel Beachtetes gewesen sein muss. Reinigungs- und Waschungsrituale kannte zwar - wie übrigens viele andere Religionen auch - bereits das Judentum (vgl. 3. Mose 11,14f; 4. Mose 19), jedoch waren dies Rituale, die wiederholt vollzogen wurden und die man an sich selbst vornahm. So schreibt etwa der Talmud den regelmäßigen Besuch des Mikwe-Bades für Frauen nach ihrer Menstruation vor. Es geht dabei um die Wiederherstellung der kultischen Reinheit. Dass man von einem anderen Menschen getauft wurde und dieser Akt ein einmaliger, unwiederholbarer war, fing erst mit Johannes dem Täufer an.

Was aber bezweckte Johannes mit der Taufe? Für ihn bedeutete die Taufe weit mehr als kultische Reinigung. Johannes erwartete unmittelbar die Endzeit und das Gericht Gottes. Für ihn diente die Taufe der Vergebung der Sünden; sie war ein Akt der Buße und der Umkehr und verhieß Rettung vor dem Gericht. Wenn die Menschen etwa aus dem 800 Meter hoch gelegenen Jerusalem mit ihren Sandalen 1200 Höhenmeter bis an den Jordan hinabgestiegen waren, werden sie verstaubt und verschwitzt dort angekommen sein. Das Eintauchen in den Fluss war ein Reinigungsritual im unmittelbaren Sinne: Der Schmutz wurde abgewaschen, und die Menschen stiegen erfrischt und voll neuer Lebensgeister aus dem Wasser. Dieses körperliche Erleben war grundlegend für die Predigt des Johannes: Er wollte, dass die Menschen sich von ihren Sünden reinigten, sich neu öffneten für Gott, ein neues Leben in Erwartung seines Kommens anfingen.

Jesus selbst hat die Taufe durch Johannes empfangen. Die Evangelisten verbinden mit seiner Taufe zugleich den Beginn seines öffentlichen Wirkens: Der Himmel tut sich auf und der Geist Gottes schwebt »wie eine Taube« auf ihn herab. Die Taube ist ein sanftes, auf Kommunikation ausgerichtetes Tier (Brieftauben waren damals durchaus üblich!) und erinnert an die Geschichte von der Arche Noah, wo sie den Menschen auf dem Schiff eine Zukunftsperspektive eröffnet, indem sie mitten in der Flut einen Olivenzweig im Schnabel mitbringt. Der Weg Jesu, so will dieses Bild von der Taube wohl sagen, ist von Anfang an ein gewaltloser, sanfter Weg, der Menschen neu in Kontakt miteinander und mit Gott bringen und ihnen eine Zukunft eröffnen will. In der Taufgeschichte Jesu spiegeln sich bereits die wesentlichen Elemente der späteren Taufpraxis der Christen: die Berührung mit Wasser, der Empfang des Heiligen Geistes und die Zusage, jetzt ein geliebtes Kind Gottes zu sein (»Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen« - Markus 1,11). Möglicherweise ist diese Geschichte deshalb eine Art »Vorbildgeschichte« für die frühchristliche Taufpraxis geworden.

TAUFE UND AUFERSTEHUNGSHOFFNUNG: Seit Urzeiten wissen die Menschen: Wasser hat nicht nur eine Leben spendende, sondern auch eine zerstörerische, vernichtende Kraft. Ob wir die Geschichte von der »Sintflut« lesen oder Bilder von Tsunami- und Hochwasserkatastrophen im Fernsehen sehen: Wasser kann immer auch gefährlich und bedrohlich für Menschen sein. Wer etwa je erlebt hat, wie er gegen seinen Willen untergetaucht wird, weiß, wie beängstigend das sein kann. »Das Wasser steht mir bis zum Halse«, sagen wir denn auch in bedrohlichen, bedrängenden Situationen. »Es umfingen mich des Todes Bande, und die Fluten des Verderbens erschreckten mich« (Psalm 18,5) - so hört sich diese Erfahrung in biblischer Sprache an. Wer dann der Gefahr entrinnt und wieder aus einer solchen Situation herauskommt, sagt vielleicht Ähnliches über Gott wie: »Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich und zog mich aus großen Wassern!« (Psalm 18,17).

Die Menschen wurden früher bei der Taufe drei Mal ganz unter Wasser getaucht. Damit wurde symbolisch die Erfahrung des Sterbens vorweggenommen: Jeder Mensch muss eines Tages »untergehen«, jedem geht irgendwann der Atem aus, keiner kann der Erfahrung von Ausgeliefertsein und Todesangst letztlich entgehen. Aber so wie man nach dem Untergetauchtwerden wieder »aus der Taufe gehoben« wurde, wieder ans Licht kam und neu durchatmen konnte, so wird - das ist die große Hoffnung der Christen - der Tod auch nur ein Durchgangsstadium sein. Paulus, der große erste Theologe der jungen Christenheit, setzt bereits ganz selbstverständlich voraus, dass alle Christen getauft sind (Römer 6,3; 1. Korinther 12,13). Er sieht die Taufe in engstem Zusammenhang mit der österlichen Hoffnung auf neues Leben nach dem Tod: »Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.« (Römer 6,3f.) »Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.« (Römer 6,8)

In der frühen Christenheit waren Taufen deshalb überwiegend am Ostersonntag üblich. Die Täuflinge bekamen als Zeichen ihres neuen, gereinigten Lebens ein weißes Taufkleid. Dies trugen sie eine Woche lang bis zum ersten Sonntag nach Ostern, der deshalb noch heute »Weißer Sonntag« genannt wird.

TAUFE UND SEGEN: Wer in Israel unterwegs ist, erfährt es ganz unmittelbar: Wasser bedeutet Leben. Wo immer das Land bewässert wird, ist es fruchtbar: Orangen, Avocados, Datteln, Tomaten, Weintrauben - alles grünt, blüht, wächst und gedeiht. Wo das Wasser hingegen fehlt, bleibt das Land trocken, wüst und leer. Wasser ist ein Urelement des Lebens. Als Ungeborene sind wir herangewachsen im Bauch unserer Mutter und waren dabei umgeben von Fruchtwasser. Unser Körper besteht chemisch zu zwei Dritteln aus Wasser, ebenso die Oberfläche unseres »blauen Planeten« Erde. Evolutionsgeschichtlich kommt alles Leben aus dem Wasser: Die ersten Lebewesen waren Wasserwesen - lange bevor sich, wiederum aus den ersten Wirbeltieren, den Fischen, Landtiere und schließlich Menschen entwickelt haben. Auch psychologisch hat das Wasser seine Bedeutung: Die Traumdeutung sagt: Wasser im Traum hat stets zu tun mit unserer Gefühlswelt. Das Wasser ist - genau wie unsere Gefühle - immer in Bewegung. Es verändert sich, nimmt unterschiedliche Gestalt an von der Quelle über den Gebirgsbach bis hin zu einem Fluss, der sich ins Meer ergießt. Dann verdunstet das Wasser, steigt auf in eine andere Dimension, einen anderen Aggregatszustand, wird Dampf, um sich dann wieder zu wandeln und als Regen oder Schnee zurückzukehren auf die Erde. Wasser lebt in einem Kreislauf, klärt sich ständig, so wie unsere Gefühle sich immer wieder neu verändern und klären im Lauf unserer Lebenskreise.

Einen Menschen in der Taufe mit dem Lebens-Urelement Wasser in Berührung zu bringen, heißt deshalb auch: Wir wünschen dir den reichen Segen Gottes, dass dein Leben gelingen, blühen und reich Frucht tragen möge. Wir wünschen dir auf dem Weg zu deiner eigenen Menschwerdung, dass du - im guten Kontakt mit deinen eigenen Gefühlen - immer wieder zu Klärung und Erneuerung kommen kannst.

Taufe, Kirchenmitgliedschaft und Ökumene

Im Römischen Reich war es üblich, dass Sklaven das Siegel ihres Besitzers in die Haut eingeprägt bekamen. Unauslöschlich sollte damit die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Herrn dokumentiert werden. Wer sich als Christ zu Jesus Christus als seinem Herrn bekennt, wird durch die Taufe mit einem einmaligen und unauslöschlichen »Zugehörigkeitszeichen« ausgestattet. Er wird »mit dem heiligen Geist Gottes versiegelt« (Epheser 4,30). Das Versprechen der unauslöschlichen Liebe Gottes, das wir in der Taufe zugesagt bekommen, wird auch nicht ungültig, wenn ein Mensch sich später konfessionell anders orientiert oder vom Glauben oder von der Kirche abwendet. Es bleibt bestehen - so wie ein Wasserzeichen in einem Papier - unabhängig davon, welche »Lebenslinien« auf dem Papier gezeichnet werden. »Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt« (1. Korinther 12,13), schreibt Paulus. Für ihn wird der Mensch durch die Taufe eingegliedert in den »Leib Christi«; eine enge, elementare Verbindung zwischen Christus und dem Getauften ist damit begründet.

Die Taufe gewinnt aus diesem Verständnis heraus zunehmend Gewicht im ökumenischen Dialog. Schon in der Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Lima-Erklärung) von 1982 heißt es, dass Menschen nicht in die verschiedenen Konfessionen, sondern in die eine, unteilbare Kirche Christi hineingetauft werden, dabei Anteil an Tod und Auferstehung Christi haben und den Heiligen Geist als Gabe empfangen. Im Rahmen der Magdeburger Erklärung kam es am 29. April 2007 erstmals zu einer formellen Vereinbarung über die wechselseitige Anerkennung der in elf verschiedenen Kirchen (Römisch-Katholische, Evangelische, Orthodoxe, Methodistische, Alt-Katholische und andere Kirchen) in Deutschland vollzogenen Taufen. Der Text der Erklärung lautet:

»Jesus Christus ist unser Heil. Durch ihn hat Gott die Gottesferne des Sünders überwunden (Römer 5,10), um uns zu Söhnen und Töchtern Gottes zu machen. Als Teilhabe am Geheimnis von Christi Tod und Auferstehung bedeutet die Taufe Neugeburt in Jesus Christus. Wer dieses Sakrament empfängt und im Glauben Gottes Liebe bejaht, wird mit Christus und zugleich mit seinem Volk aller Zeiten und Orte vereint. Als ein Zeichen der Einheit aller Christen verbindet die Taufe mit Jesus Christus, dem Fundament dieser Einheit. Trotz Unterschieden im Verständnis von Kirche besteht zwischen uns ein Grundeinverständnis über die Taufe.

Deshalb erkennen wir jede nach dem Auftrag Jesu im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit der Zeichenhandlung des Untertauchens im Wasser bzw. des Übergießens mit Wasser vollzogene Taufe an und freuen uns über jeden Menschen, der getauft wird. Diese wechselseitige Anerkennung der Taufe ist Ausdruck des in Jesus Christus gründenden Bandes der Einheit (Epheser 4,4-6). Die so vollzogene Taufe ist einmalig und unwiederholbar.

Wir bekennen mit dem Dokument von Lima: Unsere eine Taufe in Christus ist »ein Ruf an die Kirchen, ihre Trennungen zu überwinden und ihre Gemeinschaft sichtbar zu manifestieren«.

Strittig blieb nach wie vor die Frage nach dem Zusammenhang von Glaube und Taufe und damit nach der Kindertaufe. Setzt eine Entscheidung zur Taufe nicht den Glauben voraus? Muss nicht ein Katechumenat, eine Zeit der Vorbereitung erfolgen, ehe ein Mensch sich zur Taufe entschließt?

Die baptistischen Kirchen berufen sich bei ihrer Praxis der »Gläubigentaufe« auf die frühchristliche Praxis, bei der die Menschen erst unterrichtet und dann getauft wurden. Demgegenüber betonen die anderen Konfessionen den Geschenkcharakter der Taufe: Auch wenn ein kleiner Mensch noch nichts anderes kann als atmen, schreien, Milch trinken und in die Hose machen, wird er als vollwertiges, geliebtes Kind Gottes betrachtet. Er bekommt die Taufe geschenkt, ohne dafür zuvor eine bestimmte Leistung erbracht zu haben. Gerade dadurch wird die große, allumfassende Liebe Gottes im Sakrament der Taufe deutlich zum Ausdruck gebracht.

Für beide Positionen lassen sich Argumente und biblische Begründungen finden. Eine bayerische Lutherisch-Baptistische Arbeitsgruppe hat im Mai 2009 ihr das Dokument »Voneinander lernen - miteinander glauben« vorgelegt. Nach sechs Jahren des Gesprächs wird darin beiden Kirchen die Aufnahme von Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft empfohlen. Bei der Taufe, so die Erkenntnis, ginge es um unterschiedliche Aspekte, die jedoch bei beiden Konfessionen neutestamentlich begründet seien. Betone das lutherische Verständnis eher die Zueignung der Erlösung durch Christus, sodass auch Säuglinge getauft werden könnten, lege der Baptismus mehr Gewicht auf die Aneignung der Erlösung. Baptisten und Lutheraner könnten daher beide Taufverständnisse »als unterschiedliche, jedoch legitime Auslegungen des einen Evangeliums anerkennen«, heißt es in dem Dokument. Konkret gehe es für die Kirche darum, in der Praxis gangbare Wege in gegenseitiger Achtung und Respekt zu finden. Baptisten sollten sich bemühen, von einer Taufpraxis Abstand zu nehmen, die von anderen Kirchen als Wiederholungs- oder Übertrittstaufe gedeutet werden könnte und im Falle eines Konfessionswechsels nicht zwingend auf einer nachzuholenden Glaubenstaufe bestehen.

Umgekehrt kann sich die lutherische Seite vorstellen, baptistische Erwachsenentaufen im Einzelfall aus seelsorgerlichen Gründen zu dulden, wenn diese Praxis nicht zum Regelfall wird und dabei auch die Tauf-Erinnerung an die frühere Säuglingstaufe entsprechend zur Geltung kommt.

Im ökumenischen Dialog hat also in den letzten Jahren gerade die Frage der Taufe viel vorwärtsgebracht. Man ist erfreulicher Weise von gegenseitigen Verurteilungen und Verteufelungen abgerückt und hat sich weit aufeinander zu bewegt. Landesbischof Johannes Friedrich würdigte deshalb bei der Vorstellung des Konvergenzdokumentes das Ergebnis der Arbeitsgruppe mit den Worten: »Vielleicht haben Sie ein Stück Kirchengeschichte geschrieben«.
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