Gesprächsimpulse
Verfasst von Ulrike Aldebert am Mo., 23.11.2009 - 00:29
- In seiner Bilanz über den Reformprozess der Evangelischen Kirche in Deutschland hat der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, jüngst die »Milieuverengung« des Protestantismus beklagt. Unsere Kirche, so Huber, erreiche in erster Linie nur noch eine gebildete Mittelschicht, sie habe andere Menschen längst aus den Augen verloren. Könnte der Ansatz des Franziskus, Menschen unabhängig von ihren intellektuellen Fähigkeiten und ihrer Bildung das Evangelium Christi vor Augen zu stellen, unserer Kirche an dieser Stelle neue Impulse geben?
- Wie könnte eine Aktion wie die erste Weihnachtskrippe im Wald von Greccio in unserer Zeit aussehen und pädagogisch umgesetzt werden?
- Die Finanzressourcen unserer Kirchen gehen dramatisch zurück. Viele fürchten um den Besitzstand der Kirche, um den Verlust ihres gesellschaftlichen Einflusses und ihre zunehmende Marginalisierung in der Gesellschaft. Für Franziskus hingegen waren Armut und Bescheidenheit die wichtigsten Mittel, um Christus nahe zu kommen und das Christentum authentisch zu leben. Ergeben sich aus dieser Haltung neue Sichtweisen oder konkrete Perspektiven für die Zukunft unserer Kirchen in Europa?
- Franz von Assisi hatte ein besonderes Verhältnis zur Natur. Tiere waren für ihn Brüder und Schwestern, er konnte Bäume umarmen und den Vögeln predigen. Seine Konsumaskese ermöglichte einen neuen Blick auf die Natur und ihre Gaben. Wie könnte dieser Blick heute aussehen? Welche politischen Konsequenzen ergeben sich daraus?
- Zweifellos war der Aufbruch des Franziskus aus seiner gut bürgerlichen Existenz in ein Leben als »Aussteiger« und Asket stark vom Konflikt mit seinem Vater geprägt. Die Szene, in der Franz öffentlich durch das Ablegen seiner Kleider den Tuchhändler brüskiert, gibt beredt Zeugnis davon. Überlegen Sie: Inwieweit prägt die Herkunft eines Menschen seinen Glauben?
- Welchen Einfluss haben Familienkonflikte oder Beziehungsgeflechte auf die spirituelle Haltung eines Menschen?

